Bewährungsprobe auf der A19 bestanden: e*BOS-Alarmierung

28.04.2011

Offizielle Inbetriebnahme der e*BOS-Alarmierung für Feuerwehren und Rettungsdienst der Landkreise Bad Doberan und Güstrow.

Bewährungsprobe

Die Landkreise Bad Doberan und Güstrow alarmieren ihre Rettungskräfte künftig nicht mehr analog, sondern digital über das nicht-öffentliche e*BOS-Alarmierungsnetz. Nur vier Monate nach dem Start der Testphase begann Anfang April der Wirkbetrieb mit einem Großeinsatz bei der Sandsturm-Katastrophe auf der A19.

 

Das e*BOS-Alarmierungsgebiet reicht weit über die beiden Landkreise hinaus und schließt die Hansestadt Rostock mit ein.

Als ein Sandsturm am 8. April südlich von Rostock über die A19 fegte und zu einer Massenkarambolage mit acht Toten und 131 Verletzten führte, waren weit über 200 Rettungskräfte innerhalb kürzester Zeit zur Stelle. Die nur wenige Tage zuvor in den Landkreisen Bad Doberan und Güstrow eingeführte digitale e*BOS-Alarmierung hatte ihre erste Bewährungsprobe bestanden. „Der Einsatz hat deutlich gezeigt, dass wir mit der Entscheidung für diese Alarmierung richtig liegen“, resümiert Mayk Tessin, Kreisbrandmeister und Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Bad Doberan.

Über das nicht-öffentliche e*BOS-Alarmierungsnetz von e*Message werden nicht nur die Einsatzkräfte der 173 Freiwilligen Feuerwehren, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes alarmiert, sondern auch 257 Sirenen in beiden Landkreisen angesteuert. Wobei das Alarmierungsnetz für mehr als 3.000 Teilnehmer ausgelegt ist. Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt durch die Rettungsleitstelle Mittleres Mecklenburg in Bad Doberan, die seit dem 1. November 2010 auch für den südlichen Nachbarkreis Güstrow zuständig ist.

Einführung der digitalen e*BOS-Alarmierung in Rekordzeit

Da das analoge Alarmierungsnetz verschlissen war, suchten beide Landkreise nach einer langfristigen Alternative. Intensive Markt- und Kostenanalysen führten zu einer gemeinsamen Ausschreibung, die gemäß der Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis Güstrow durch den Landkreis Bad Doberan erstellt wurde, und zur Entscheidung für die digitale e*BOS-Alarmierung. Nur vier Wochen nach der Beauftragung begann Anfang Dezember die erste Betriebsstufe mit der schrittweisen Einführung des e*BOS-Alarmierungssystems. Bereits vier Monate später startete der Wirkbetrieb – eine Rekordzeit.

Schon in der Startphase wurden die Einsatzkräfte mit Meldeempfängern des Typs e*Alarm V ausgestattet. „Dass wir die neuen Geräte mithilfe der e*BOS-Meldeempfängerverwaltung selbst über die Luftschnittstelle programmieren und unkompliziert den aktuellen Gegebenheiten anpassen können, ist ein großer Vorteil“, so Mayk Tessin. „Alarmieren können andere auch“, sagt er, „aber das e*BOS-Netz ist so ausgebaut, dass wir im Notfall sogar unsere Berufspendler in Rostock erreichen. Die Alarmierungszeiten stimmen, das System ist flächendeckend verfügbar, es erfüllt unsere Anforderungen und sprengt nicht den Investitionsrahmen, weil z.B. Kosten für Aufbau, Betrieb und Wartung eines eigenen Netzes entfallen.“

„Da unsere Leitstellen zusammengelegt wurden und im September 2011 eine Kreisgebietsreform erfolgt, lag eine gemeinsame Ausschreibung unserer beiden Kreise nahe“, erläutert Lutz Freier, Sachgebietsleiter Allgemeine Ordnungsangelegenheiten des Landkreises Güstrow. „Außerdem war unser Handlungsbedarf gleich groß: Die analogen Alarmierungsnetze liefen schon 17 Jahre rund um die Uhr, waren entsprechend störanfällig und dringend erneuerungsbedürftig.“

Der Rettungsdienst und die Freiwilligen Feuerwehren der Landkreise Bad Doberan und Güstrow im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern rücken jährlich zu mehr als 31.000 Einsätzen aus. Zu ihrem Versorgungsgebiet mit einer Gesamtfläche von rund 3.400 km² gehören die Autobahnen A19 und A20 sowie mehrere Bundesstraßen.

Interviews auf Radio 112 zum Start der e*BOS-Alarmierung in den Landkreisen Bad Doberan und Güstrow mit Mayk Tessin (Kreisbrandmeister des Landkreises Bad Doberan und Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz) und Dr. Klaus Hütten. 

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