Praxisbeispiel Kreis Schleswig-Flensburg
Für die 203 Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schleswig-Flensburg brach 2006 eine neue Ära an: Seither werden sie digital über das nicht-öffentliche e*BOS-Alarmierungsnetz von e*Message zu ihren Einsätzen gerufen. Konnten sie über die analoge Alarmierung nur „angepiept“ werden, erhalten sie über die digitale e*BOS-Alarmierung auch eine präzise Text-Nachricht, je nach Bedarf einzeln oder im Gruppenruf. Durch diese gezielte Alarmierung ist es möglich, so viele Feuerwehrleute wie nötig an den Einsatzort zu holen. Es erscheinen nicht mehr alle, niemand rückt vergeblich aus.
„Wir mussten mit einem 30 Jahre alten Funknetz zurechtkommen, das ursprünglich nicht für die Alarmierung gebaut worden war und deshalb auch nicht über die entsprechende Ausleuchtung verfügte“, erläuterte der damalige Kreisbrandmeister Walter Behrens die Hintergründe. „Die Not war groß, es musste etwas passieren. Da kam uns das Angebot von e*Message sehr gelegen. Es handelt sich um eine technisch überzeugende Lösung, die sich nicht auf das Kreisgebiet beschränkt, sondern auch darüber hinaus einsetzbar ist. Bei 7.000 aktiven Feuerwehrleuten, von denen viele arbeitsbedingt pendeln, ist das enorm wichtig.“
Wobei die Umstellung auf die e*BOS-Alarmierung sehr schnell vonstatten ging. „Am Anfang mussten ca. 600 Meldeempfänger gleichzeitig bereitgestellt werden,“ erinnert sich Walter Behrens. „Die e*BOS-Meldeempfängerverwaltung hat diesen Prozess enorm erleichtert und beschleunigt. Denn damit konnten wir die Geräte in der Leitstelle selbst programmieren und einsatztaktisch zuordnen. Dieses System bietet eine Fülle von Möglichkeiten.“
Ein weiterer Vorteil: Investitionen in Aufbau, Betrieb und Wartung einer eigenen Infrastruktur entfielen. Denn das e*BOS-Alarmierungsnetz existiert bereits und ist deutschlandweit verfügbar. „Wir haben die Erweiterung auf die digitale Alarmierung genutzt, um eine neue Alarm- und Ausrückordnung einzuführen“, so Walter Behrens. „Gleichzeitig bereiteten wir eine Standardisierung der Einsatzstichwörter für ganz Schleswig-Holstein vor.“ Eine weitsichtige Maßnahme. Denn inzwischen wurde das Bundesland in vier Leitstellenbereiche aufgeteilt und seit November 2009 erfolgt die Auslösung der Alarmierungen für den Kreis Schleswig-Flensburg durch die Integrierte Leitstelle Nord in Harrislee. Von Anfang an legte der Kreis großen Wert auf eine Alarmierungslösung, die nicht nur in das bestehende, sondern auch in künftige Leitstellensysteme integrierbar ist. Dieser Schritt ist nun vollzogen.
Das Fallbeispiel als Download.