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27.10.2008
EMMA: Landesweites Paging muss BOS-Digitalfunk ergänzen
Anfang Oktober tagte die European Mobile Messaging Association (EMMA) in Warschau. Ein wichtiges Thema: die Rolle von landesweitem Paging bei den BOS.
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Einige Gedanken aus den Vorträgen und Diskussionen:
Generic Schweden: Wer sich über Endgeräte Gedanken macht, ohne die Leistungsfähigkeit des Netzes zu berücksichtigen, ist ein Illusionist. Priorität hat die Funktionalität des Netzes. Ohne deren Beachtung ist jedes Endgerät ein Briefbeschwerer. Eine weitere Erfahrung aus dem Aufbau des schwedischen BOS-Netzes (Rakel): Technische Probleme und vor allem Kosten wurden erheblich unterschätzt. Die Folgen: Erhebliche Verzögerungen, über eine Milliarde zusätzliche Kosten und Zwangsanschluss von Behörden. Ein entsprechender Artikel aus Schweden kann angefordert werden: info@bos-alarmierung.de
Niederlande: Die Niederlande – besonders weit im BOS-Digitalfunk fortgeschritten – kümmern sich jetzt um ein zusätzliches Netz für Breitbandanwendungen. Dort sind die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben bereits seit Jahren mit TETRA/BOS - weil flaches Land - ausgezeichnet versorgt (C2000). Für die Alarmierung der Feuerwehren wird ein notwendigerweise nicht auf TETRA basierender Paging-Alarmierungsdienst genutzt (P2000). Zusätzlich zu diesen beiden Diensten, eines für Sprache und Daten (TETRA) und eines für Alarmierung (Paging), denkt man jetzt über ein weiteres Netz für Breitbandanwendungen nach. Dafür kommen verschiedene Technologien in Frage, auf keinen Fall jedoch das heutige TETRA-Netz. Sehr aktuell siehe auch: Dick Schoof (Generaldirektor Öffentliche Sicherheit, Innenministerium der Niederlande): "C2000: Digital Communication System for Relief Workers", Conference Civil Protection, 20./21. Mai 2008, Ljubljana/Slowenien.
Belgien: Wer AVL machen will und muss, hat keinen Nerv für falsche Fährten. Belgien betreibt ein gut ausgebautes TETRA/BOS-Netz und alarmiert ebenfalls über ein nicht auf TETRA basierendes landesweites Paging-Netz nach dem POCSAG-Standard. Weil sowohl die Polizei als auch die Feuerwehren und Rettungsdienste mittels TETRA u.a. wissen wollen, wo sich ihre Fahrzeuge gerade befinden - Stichwort AVL -, führt das zu sehr hohen Netzbelastungen. Ein weiterer Grund, weshalb die Feuerwehren über ein separates Paging-Netz alarmiert werden.
Einmütiges Fazit der Spezialisten: TETRA eignet sich gut für den Sprech- und Datenfunk, bedarf aber der Ergänzung durch landesweites Paging. TETRA ist ausschließlich für Sprech- und Datenfunk konzipiert worden; Paging und Alarmierung haben die Väter des BOS-Digitalfunks in Deutschland darin nie vorgesehen - siehe auch Thomas Adling zum Status quo BOS-Digitalfunk auf dem 5. Nationalen Paging-Kongress, 26.02.2007, Berlin.
Übrigens: Geradezu unfair erscheint vor diesem Hintergrund eine Reportage des ZDF vom 8. Oktober in "Frontal 21". Dort wurde das Digitalfunknetz der BOS (TETRA-Basis) unter anderem mit Mobiltelefonnetzen verglichen. "Vergessen" wurde dabei, dass das TETRA-Netz von Anfang an für verschlüsselte Sprache und schmalbandige Datenanwendungen konzipiert war und nicht für aufwändige Videoübertragungen. Vergessen wird dabei auch, dass große Bandbreiten bei zukünftigen Mobiltelefonnetzen, ja sogar bei heutigen UMTS-Netzen, nicht etwa bundesweit flächendeckend vorhanden sind und nicht etwa jeder Teilnehmer Anspruch darauf hätte. Vielmehr handelt es sich um summarische Werte für alle gleichzeitig in einer Funkzelle arbeitenden Nutzer. Zur Sendung und zu technischen Fakten informieren wir Sie bei Bedarf gern, E-Mail: info@bos-alarmierung.de
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